Eisen und seine Bedeutung für Rheumatiker

In Rheuma & Ernährung by danielapaulsen

Eisen ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der viele wichtige Funktionen im Körper übernimmt. Besonders für Rheumatiker ist ein ausgewogener Eisenhaushalt entscheidend, da Eisen sowohl für die Blutbildung als auch den Sauerstofftransport und die Immunabwehr wichtig ist. Chronische Entzündungen, wie sie bei rheumatischen Erkrankungen auftreten, können den Eisenstoffwechsel erheblich beeinflussen.

1.Eisenmangel & Entzündungsanämie

Rheumatiker leiden oft an einer sogenannten Entzündungsanämie. Diese Form der Blutarmut entsteht, wenn der Körper durch eine dauerhafte Entzündung Eisen nicht mehr richtig nutzen kann. Dabei wird Eisen in den Speichern des Körpers „festgehalten“ und steht so nicht mehr für die Blutbildung zur Verfügung. Chronische Entzündungen führen dazu, dass ein Hormon namens Hepcidin erhöht wird. Hepcidin blockiert die Freisetzung von Eisen aus den Speichern und hemmt gleichzeitig die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung.

Typische Symptome sind Müdigkeit, Schwäche und Konzentrationsprobleme. Labortests zeigen oft normale oder erhöhte Eisenwerte in den Speichern (Serumferritin über 100 µg/l), aber eine geringe Menge an „verfügbarem“ Eisen (Transferrinsättigung unter 20 %).

2.Ursachen und Folgen von Eisenmangel

Ein Eisenmangel kann bei Rheumatikern durch mehrere Faktoren verursacht werden:

  • Ungenügende Aufnahme: Besonders bei Vegetariern oder Veganern kann es schwierig sein, ausreichend Eisen aufzunehmen, da pflanzliches Eisen schlechter verwertet wird als tierisches. Der tägliche Bedarf liegt bei etwa 10–15 mg für Männer und 15–20 mg für Frauen.
  • Entzündungen: Chronische Entzündungen „verstecken“ Eisen in den Speichern, sodass es für den Körper nicht nutzbar ist.
  • Blutverluste: Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können die Magenschleimhaut schädigen und Blutungen verursachen, die langfristig zu einem Eisenmangel führen.

Wenn der Eisenmangel unbehandelt bleibt, kann dies die Anämie verschlechtern, die Leistungsfähigkeit weiter einschränken und das allgemeine Wohlbefinden stark beeinträchtigen.

3.Behandlung von Eisenmangel

Hepcidin als Ziel für neue Therapien: Studien zeigen, dass die Regulation des Hormons Hepcidin entscheidend ist, um Eisen bei chronischen Entzündungen besser verfügbar zu machen. Neue Medikamente, die die Hepcidinproduktion blockieren, könnten die Eisenaufnahme bei Rheumatikern verbessern.

Individuelle Einflussfaktoren: Untersuchungen legen nahe, dass die Eisenresorption nicht nur von Entzündungen, sondern auch von individuellen genetischen Faktoren beeinflusst wird. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer angepassten Therapie.

Eisentabletten und Resorption: Eisentabletten mit hoher Bioverfügbarkeit wie Eisenbisglycinat sind besonders geeignet, da sie gut verträglich sind und weniger Nebenwirkungen verursachen. Diese sollten nicht mit Kaffee oder Tee eingenommen werden, da diese die Eisenaufnahme um bis zu 60 % hemmen können. Nahrungsergänzungsmittel wie Calcium oder Zink sollten mit einem Abstand von mindestens zwei Stunden zu Eisenpräparaten eingenommen werden, um Beeinträchtigungen der Aufnahme zu vermeiden.

Intravenöses Eisen: Diese Form wird eingesetzt, wenn Tabletten nicht wirken oder schnelle Ergebnisse nötig sind. Sie ist besonders bei schwerer Anämie (Hämoglobinwerte unter 10 g/dl) und Entzündungsanämie wirksam.

4.Risiken eines Eisenüberschusses

Organablagerungen und oxidativer Stress: Ein Eisenüberschuss kann zu Ablagerungen in Organen wie Leber, Herz oder Bauchspeicheldrüsen führen. Serumferritinwerte über 300 µg/l sind ein Hinweis auf einen Überschuss. Zusätzlich kann Eisenoxidation entzündliche Erkrankungen wie Rheuma verschlechtern.

Therapie: Ein überschüssiger Eisenstatus wird durch regelmässigen Aderlass oder spezielle Medikamente (Eisenchelatoren) behandelt.

5.Praktische Tipps für den Alltag

  • Bioverfügbare Eisenformen: Eisenbisglycinat ist magenfreundlich und hoch bioverfügbar, während Eisensulfat ebenfalls wirksam ist, jedoch Magenbeschwerden verursachen kann.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Vermeide Calcium (düber 500 mg), Antazida oder Polyphenole aus Tee, die die Eisenaufnahme hemmen.
  • Optimierte Ernährung: Kombiniere eisenreiche Lebensmittel mit Vitamin-C-reichen Quellen wie Paprika oder Orangen, um die Aufnahme zu verbessern. Vermeide gleichzeitig Kaffee oder Schwarztee.
  • Regelmässige Tests: Lasse Deinen Eisenstatus (Serumferritin, Transferrinsättigung) regelmässig kontrollieren.

Quellenverzeichnis

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