Entzündetes Sprunggelenk

In Rheuma & Entzündungen by danielapaulsen

Bei einem entzündeten Sprunggelenk, besonders wenn dies durch Rheuma verursacht wird, ist eine gezielte und umfassende Behandlung wichtig, um Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu reduzieren und die Funktionalität des Gelenks zu erhalten. Hier sind einige bewährte Tipps und Ansätze:

1.Ruhigstellung und Entlastung

Vermeide Belastung des betroffenen Sprunggelenks, um die Entzündung nicht zu verstärken. Ruhephasen helfen dem Körper, die Entzündung zu bewältigen.

Gehhilfen wie Krücken oder Gehstöcke können verwendet werden, um das Gewicht vom betroffenen Gelenk zu nehmen. Achte jedoch daraf auch hiermit nur kurze Strecken zu laufen, da sich aus Erfahrung dadurch gerne Handgelenke und Schultern entzünden. Man muss somit versuchen einen Mittelweg zu finden, der alle Gelenke zufrieden stellt.

2.Kältetherapie

Kältebehandlung (Eispackungen) hilft in der akuten Phase, Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren. Wende das Eis 15-20 Minuten lang an, mehrmals täglich, aber lege es nicht direkt auf die Haut, sondern in ein Handtuch.

Tipp: Verwende Erbsen aus dem Tiefkühler als Alternative zu Eispacks – sie passen sich gut an das Gelenk an.

Wärmebehandlungen sind bei chronischen Beschwerden oder Muskelverspannungen hilfreich, sollte aber nicht bei akuten Schwellungen verwendet werden!

3.Medikamentöse Therapie

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac können helfen, Schmerzen und Entzündungen zu reduzieren.

Basistherapeutika wie Methotrexat, Sulfasalazin oder Leflunomid können zur Behandlung der rheumatischen Grunderkrankung eingenommen werden, um das Fortschreiten zu verlangsamen.

Biologika (z. B. Adalimumab oder Etanercept) können bei schweren Fällen von rheumatoider Arthritis, Psoriasis Arthritis und anderen entzündlichen Rheumaerkrankungen verordnet werden, um die Entzündungen gezielt zu hemmen.

Kortison-Injektionen direkt in das Sprunggelenk können bei akuten Schüben schnelle Linderung bringen, sollten jedoch aufgrund möglicher Nebenwirkungen nicht langfristig eingesetzt werden. Eine Infiltration stoppt nicht nur die Entzündungen, sondern auch die wichtigen Aufbauprozesse im Gelenk. Nichts desto trotz ist es eine sehr effektive Möglichkeit ausartende Entzündungen schnell zu stoppen!

4.Physiotherapie

Beweglichkeitsübungen helfen, die Gelenkfunktion zu erhalten und Versteifungen zu verhindern. Übungen zur sanften Mobilisation des Sprunggelenks fördern die Heilung, sollten jedoch unter Anleitung eines Physiotherapeuten durchgeführt werden.

Dorsal- und Plantarflexion (Beugen und Strecken des Sprunggelenks)

Diese Übung hilft, die Beweglichkeit in der Dorsal- (Anziehen des Fusses) und Plantarflexion (Senkung des Fusses) zu verbessern. Sie ist besonders bei Entzündungen hilfreich, da sie das Gelenk sanft mobilisiert und gleichzeitig die Wadenmuskulatur stärkt.

Ablauf:

  1. Setze dich auf einen Stuhl oder lege dich flach hin, das Bein ist gestreckt.
  2. Ziehe den Fuss langsam in Richtung Schienbein (Dorsalflexion), als würdest du die Zehen zu dir heranziehen.
  3. Halte die Position für 5-10 Sekunden.
  4. Senke den Fuss langsam wieder ab und strecke ihn nach unten (Plantarflexion), als würdest du die Zehen nach unten drücken.
  5. Halte auch diese Position für 5-10 Sekunden.
  6. Wiederhole die Bewegung 10-15 Mal pro Seite.

Tipp: Achte darauf, die Bewegung langsam und kontrolliert auszuführen, um Schmerzen oder Überlastung zu vermeiden. Diese Übung kann mehrmals täglich durchgeführt werden, um die Beweglichkeit zu erhalten.

Kreisen des Sprunggelenkes

Das Kreisen des Sprunggelenks ist eine einfache, aber effektive Übung, um die Beweglichkeit und Stabilität des Sprunggelenks zu verbessern, besonders bei Entzündungen wie einer rheumatischen Erkrankung. Diese Übung mobilisiert das Gelenk in verschiedene Richtungen, fördert die Durchblutung und den Abtransport der Gelenksflüssigkeit und hilft, Versteifungen zu verhindern.

Ablauf der Übung:

  • Setze dich bequem auf einen Stuhl oder lege dich flach auf den Rücken. Das betroffene Bein sollte ausgestreckt oder leicht gebeugt sein, sodass das Sprunggelenk frei beweglich ist.
  • Hebe den Fuss vom Boden, halte das Bein ruhig, und strecke das Sprunggelenk leicht. Alternativ kannst du das Bein im Sitzen über die andere Seite legen, um mehr Stabilität zu haben.
  • Kreisen des Sprunggelenks:
    • Beginne damit, das Sprunggelenk langsam im Uhrzeigersinn zu drehen. Führe dabei eine sanfte, kontrollierte Kreisbewegung aus, die die volle Bewegungsreichweite des Gelenks umfasst.
    • Drehe den Fuss etwa 10-15 Mal im Uhrzeigersinn.
    • Danach wechsle die Richtung und drehe den Fuss gegen den Uhrzeigersinn, ebenfalls für 10-15 Wiederholungen.
  • Tipp zur Intensität: Achte darauf, die Bewegung langsam und schmerzfrei auszuführen. Vermeide ruckartige oder schnelle Bewegungen. Die Übung sollte angenehm und ohne Anstrengung durchgeführt werden.
  • Wiederholungen: Führe diese Übung 2-3 Mal täglich durch, um die Beweglichkeit zu verbessern und das Gelenk zu lockern.

5.Orthopädische Hilfsmittel

Schuheinlagen oder spezielle Bandagen helfen, das Sprunggelenk zu stabilisieren und Fehlbelastungen zu korrigieren. Eine angepasste Orthese kann das Gelenk zusätzlich stützen und Schmerzen lindern.

Tipp: Die von mir verwendete Sprunggelenksbandage ist auf meiner Page www.psoriasisarthritis.ch im Bereich Empfehlungen unter den Hilfsmitteln verlinkt.

6.Ernährung und Lebensstil

Entzündungshemmende Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit entzündungshemmenden Lebensmitteln wie Omega-3-Fettsäuren (z.B. in Leinöl) kann helfen, die Entzündungen zu reduzieren. Meide des Weiteren Zucker, Fertiggerichte und minimiere Kuhlmilchprodukte aufgrund des entzündungsfördernden Caseins, das darin enthalten ist.

Gewichtsmanagement: Falls Übergewicht besteht, kann eine Gewichtsreduktion die Belastung des Sprunggelenks verringern und somit die Entzündung lindern.

7.Stosswellentherapie

In einigen Fällen kann die externe Stosswellentherapie eine Option sein, um chronische Entzündungen zu behandeln. Sie regt die Durchblutung und den Heilungsprozess an, sollte jedoch von einem Facharzt beurteilt werden. Mir hat die Stosswellentherapie geholfen. Ich muss aber dazu sagen, dass sie nicht schmerzfrei ist und zumindest bei mir nur 1x die Woche, anstatt 2x durchgeführt werden durfte. Dies auf kleinster Intensität, um das Gelenk nicht zu sehr zu reizen. Probiere aus, was Dir am besten tut.

8.Kompressionsstrümpfe

Das Tragen von Kompressionsstrümpfen kann helfen, Schwellungen im Sprunggelenk zu reduzieren, indem der Blut- und Lymphfluss verbessert wird.

9.Ergotherapie

Ergotherapeuten können Techniken vermitteln, um den Alltag besser zu bewältigen und Gelenkbelastungen zu minimieren. Dies schliesst die Anpassung von Bewegungsabläufen und die Nutzung von Hilfsmitteln ein. Nachfolgend eine Übung, die dir vielleicht helfen kann.

Handtuch-Widerstand Übung

Ablauf:

  • Setze dich auf den Boden mit ausgestrecktem Bein.
  • Lege ein Handtuch um den Vorderfuss (den Ballen) und halte beide Enden des Handtuchs in deinen Händen.
  • Ziehe nun sanft an den Enden des Handtuchs, um Widerstand zu erzeugen.
  • Gleichzeitig drücke deinen Fuss gegen den Widerstand des Handtuchs nach unten, als würdest du das Gas im Auto betätigen.
  • Halte die Spannung für etwa 5 Sekunden, bevor du den Druck langsam löst.
  • Wiederhole diese Bewegung 10-15 Mal, um die Wadenmuskulatur zu stärken und das Sprunggelenk zu mobilisieren.

Vorteil: Diese Übung stärkt die Muskeln rund um das Sprunggelenk und hilft, die Beweglichkeit in der Plantarflexion (Fussabwärtsbewegung) zu verbessern.

10.PRP-Therapie (Plättchenreiches Plasma)

Die Platelet-Rich Plasma (PRP)-Therapie ist eine regenerative Behandlungsmethode, bei der konzentriertes Plasma aus dem eigenen Blut des Patienten verwendet wird, um die Heilung des Gewebes zu fördern und Entzündungen zu reduzieren. PRP wird insbesondere bei schweren oder chronischen Fällen, wie z. B. langanhaltenden Entzündungen oder degenerativen Veränderungen, angewendet. Diese Methode ist besonders hilfreich, wenn andere konventionelle Therapien wie Medikamente oder Physiotherapie nicht ausreichend wirken.

So funktioniert die PRP-Therapie:

  1. Blutentnahme: Zunächst wird eine kleine Menge Blut aus der Vene entnommen, ähnlich wie bei einer normalen Blutabnahme.
  2. Aufbereitung des Plasmas: Das Blut wird in einer Zentrifuge aufbereitet, wodurch die Blutplättchen (Thrombozyten) vom restlichen Blut getrennt werden. Diese Blutplättchen enthalten Wachstumsfaktoren, die die Gewebereparatur und Heilung anregen.
  3. Injektion des PRP: Das aufbereitete Plasma mit der hohen Konzentration an Blutplättchen wird dann direkt in das entzündete oder geschädigte Gewebe (z. B. ins Sprunggelenk) injiziert.

Vorteile der PRP-Therapie:

  • Förderung der Heilung: Die Wachstumsfaktoren in den Blutplättchen fördern die Zellregeneration und beschleunigen den Heilungsprozess im entzündeten oder beschädigten Gewebe.
  • Entzündungshemmende Wirkung: PRP wirkt entzündungshemmend, wodurch Schwellungen und Schmerzen reduziert werden können.
  • Regeneration von Gewebe: Diese Methode unterstützt die natürliche Regeneration von Sehnen, Bändern und Knorpel, die durch Entzündungen oder degenerative Erkrankungen wie Rheuma geschädigt wurden.

Anwendungsbereiche:

  • Chronische Entzündungen: PRP wird häufig bei chronischen Entzündungen wie Sehnenentzündungen (Tendinitis), Schleimbeutelentzündungen (Bursitis) und Arthritis angewendet.
  • Gelenkprobleme: Besonders bei Gelenkbeschwerden wie rheumatoider Arthritis, Psoriasis Arthritis oder degenerativen Gelenkerkrankungen kann PRP helfen, Schmerzen zu lindern und die Funktion zu verbessern.

Risiken und Nebenwirkungen:

Da PRP aus dem eigenen Blut gewonnen wird, sind die Risiken für allergische Reaktionen oder Infektionen gering. Dennoch können Schmerzen oder leichte Schwellungen an der Injektionsstelle auftreten. In seltenen Fällen kann es zu vorübergehenden Verschliechterung der Symptome kommen, bevor die Heilung einsetzt.

11.Hochlagern des Beines

Lege das betroffene Bein beim Sitzen oder Liegen hoch, sodass es sich über der Höhe des Herzens befindet. Dies kann helfen, Schwellungen zu reduzieren.

12.Hausmittel zur Entzündungshemmung

Hier sind einige bewährte Hausmittel zur Entzündungshemmung, die bei einem entzündeten Sprunggelenk oder anderen Gelenkentzündungen helfen können. Diese natürlichen Methoden sind leicht anwendbar und können entzündungshemmend sowie schmerzlindernd wirken.

1. Frische Schafswolle mit Lanolin

  • Wirkung: Schafswolle enthält Lanolin, ein natürliches Fett, das entzündungshemmend und durchblutungsfördernd wirkt. Die Wolle kann direkt auf die entzündete Stelle gelegt und mit einem Verband fixiert werden.

2. Weihrauchsalbe

  • Wirkung: Weihrauch (Boswellia serrata) enthält Substanzen, die nachweislich entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Es wird in der Naturheilkunde oft bei rheumatischen Beschwerden und Gelenkentzündungen verwendet.
  • Anwendung: Weihrauchsalbe sanft auf das entzündete Gelenk einmassieren. Die Salbe sollte mehrmals täglich aufgetragen werden.

3. Quarkwickel mit Korn

  • Wirkung: Quark und Korn wirkt kühlend und entzündungshemmend. Die Kombination aus beiden sorgt für Linderung bei Schwellungen und Schmerzen.
  • Anwendung: Trage eine dicke Schicht Quark auf ein Tuch auf und träufle etwas Korn darauf. Wickele das Tuch um das Sprunggelenk und fixiere es mit einer Bandage. Lasse es etwa 20-30 Minuten einwirken.

4. Curcuma-Ingwer-Paste

  • Wirkung: Curcuma (Kurkuma) und Ingwer haben starke entzündungshemmende Eigenschaften. Curcumin, der Hauptwirkstoff von Kurkuma, wirkt besonders gut bei Gelenkschmerzen und Entzündungen.
  • Anwendung: Mische 1 Teelöffel Curcuma und 1 Teelöffel Ingwerpulver mit etwas Wasser zu einer Paste. Trage die Paste auf das entzündete Gelenk auf und bandagiere es locker. Lasse die Paste für mindestens 30 Minuten einwirken, bevor du sie abwäschst.

5. Arnika-Kompressen

  • Wirkung: Arnika ist bekannt für ihre entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften. Sie wird oft in Salben oder Kompressen zur Behandlung von Entzündungen und Schwellungen verwendet.
  • Anwendung: Tränke ein Tuch in einer verdünnten Arnika-Tinktur (mit Wasser gemischt) und lege es auf das entzündete Sprunggelenk. Fixiere das Tuch mit einer Bandage und lasse es 20-30 Minuten einwirken.

6. Essigwickel

  • Wirkung: Essig kann helfen, die Durchblutung zu fördern und Entzündungen zu lindern.
  • Anwendung: Mische Apfelessig mit Wasser im Verhältnis 1:1. Tränke ein Tuch in der Mischung und wickle es um das entzündete Gelenk. Lasse den Wickel für etwa 20-30 Minuten einwirken. Wende Essigwickel nur an, wenn Du keine offenen Hautstellen hast.

7. Ingwertee zur inneren Anwendung

  • Wirkung: Ingwer hat starke entzündungshemmende Eigenschaften und kann auch innerlich eingenommen werden, um Entzündungen im ganzen Körper zu reduzieren.
  • Anwendung: Schneide frischen Ingwer in dünne Scheiben und koche ihn für 10-15 Minuten in Wasser. Trinke den Tee 1-2 Mal täglich, um Entzündungen zu lindern.

8. Kohlwickel

  • Wirkung: Weisskohlblätter enthalten entzündungshemmende Stoffe und können Schwellungen und Schmerzen lindern.
  • Anwendung: Lege frische Kohlblätter in den Kühlschrank, bis sie kühl sind. Rolle sie mit einem Nudelholz, bis sie saftig sind, und wickle sie um das entzündete Sprunggelenk. Fixiere die Blätter mit einem Verband und lasse sie mehrere Stunden oder über Nacht einwirken.

13.Tapen

Das Tapen eines entzündeten Sprunggelenks (auch als Kinesio-Tape-Anlage bekannt) kann helfen, das Gelenk zu stabilisieren, die Entzündung zu lindern, den Druck zu verringern und gleichzeitig die Beweglichkeit zu erhalten.

Wichtige Hinweise:

  • Achte darauf, dass das Tape nicht zu straff sitzt, um die Blutzirkulation nicht zu beeinträchtigen.
  • Nach dem Anlegen des Tapes sollte sich der Fuss frei bewegen lassen, jedoch leicht gestützt werden.
  • Das Tape kann normalerweise für 3-5 Tage getragen werden und ist wasserfest, sodass es auch beim Duschen haften bleibt.