Eine aktuelle Studie zeigt häufig geschlechtsspezifische Unterschiede in der Ausprägung und Versorgung von Rheuma.
Häufigkeit: Rheumatoide Arthritis (74 % Frauen), Systemischer Lupus (87 % Frauen), Psoriasis Arthritis (hingegen 50% Frauen)
Diagnoseverzögerung: Frauen erhalten im Schnitt später eine Diagnose als Männer
Untersuchungen: Frauen suchen häufiger ärztlichen Rat und lassen labor- sowie bildgebende Untersuchungen durchführen.
Therapie: Frauen haben niedrigere Remissions- / Therapie-ansprechraten und brechen Therapien häufiger ab.
Hintergründe
Biologische Unterschiede: Genetische Merkmale, Geschlechtshormone, Organ-grössen und physiologische Prozesse variieren zwischen den Geschlechtern.
Stereotype Rollenbilder: Frauen werden oft als „überempfindlich“ abgestempelt, ihre Schmerzen weniger ernst genommen.
Forschungslücken: Frauen waren lange von klinischen Studien ausgeschlossen, so dass geschlechtsspezifische Daten fehlen.
Weitere Einflussfaktoren
Wechseljahre: Das Risiko für rheumatoide Arthritis steigt bei Frauen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren aufgrund abnehmender Geschlechtshormone. Hormonelle Veränderungen nach der Geburt können das Risiko ebenfalls erhöhen.
Genetik: Frauen haben zwei X-Chromosomen, die zahlreiche Gene für die Immunabwehr enthalten, was zu einer stärkeren Immunantwort führen kann.
Unterschiedliches Ansprechen auf Medikamente: Männer reagieren oft stärker auf Biologika, haben jedoch auch mehr Nebenwirkungen.
Quelle: Deutsche Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ), Robert Koch-Institut

