Rheuma & Gender Health Gap

In Fokus Frau by danielapaulsen

Eine aktuelle Studie zeigt häufig geschlechtsspezifische Unterschiede in der Ausprägung und Versorgung von Rheuma.

Häufigkeit: Rheumatoide Arthritis (74 % Frauen), Systemischer Lupus (87 % Frauen), Psoriasis Arthritis (hingegen 50% Frauen)

Diagnoseverzögerung: Frauen erhalten im Schnitt später eine Diagnose als Männer

Untersuchungen: Frauen suchen häufiger ärztlichen Rat und lassen labor- sowie bildgebende Untersuchungen durchführen.

Therapie: Frauen haben niedrigere Remissions- / Therapie-ansprechraten und brechen Therapien häufiger ab.

Hintergründe

Biologische Unterschiede: Genetische Merkmale, Geschlechtshormone, Organ-grössen und physiologische Prozesse variieren zwischen den Geschlechtern.

Stereotype Rollenbilder: Frauen werden oft als „überempfindlich“ abgestempelt, ihre Schmerzen weniger ernst genommen.

Forschungslücken: Frauen waren lange von klinischen Studien ausgeschlossen, so dass geschlechtsspezifische Daten fehlen.

Weitere Einflussfaktoren

Wechseljahre: Das Risiko für rheumatoide Arthritis steigt bei Frauen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren aufgrund abnehmender Geschlechtshormone. Hormonelle Veränderungen nach der Geburt können das Risiko ebenfalls erhöhen.

Genetik: Frauen haben zwei X-Chromosomen, die zahlreiche Gene für die Immunabwehr enthalten, was zu einer stärkeren Immunantwort führen kann.

Unterschiedliches Ansprechen auf Medikamente: Männer reagieren oft stärker auf Biologika, haben jedoch auch mehr Nebenwirkungen.

Quelle: Deutsche Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ), Robert Koch-Institut