Rheuma & Schlafapnoe

In Rheuma & Schlaf by danielapaulsen

Kämpfst du mit Schlafstörungen und rheumatischen Schmerzen? Die Verbindung zwischen Schlafapnoe und Rheuma könnte der Schlüssel zur Linderung sein!

Was ist Schlafapnoe?

Schlafapnoe ist eine ernsthafte Schlafstörung, die sich durch wiederholte Atemaussetzer während des Schlafs auszeichnet. Diese Atemaussetzer können zu einem signifikanten Sauerstoffmangel führen und den Schlaf erheblich stören.

Welche Arten der Schlafapnoe gibt es?

Typen der Schlafapnoe

  • Obstruktive Schlafapnoe (OSA): Verursacht durch eine Verengung oder Blockade der oberen Atemwege, meist durch eine Entspannung der Rachenmuskulatur.
  • Zentrale Schlafapnoe (CSA): Entsteht durch Störungen im zentralen Nervensystem, die die Atemmuskulatur beeinträchtigen.
  • Komplexe Schlafapnoe: Kombination aus obstruktiver und zentraler Schlafapnoe.

Ursachen der Schlafapnoe

Obstruktive Schlafapnoe wird durch folgende Faktoren begünstigt

  • Alter: Mit zunehmendem Alter erhöht sich das Risiko.
  • Übergewicht: Fettablagerungen im Halsbereich können die Atemwege blockieren.
  • Anatomische Abweichungen: Vergrößerte Mandeln (Tonsillen), verkrümmte Nasenscheidewand.
  • Rheumatische Erkrankungen: Können durch entzündliche Prozesse die Atemwege beeinträchtigen.
  • Hormonelle Erkrankungen: Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).
  • Rauchen und Alkohol: Beide können die Atemwege reizen und die Symptome verschlimmern.

Zentrale Schlafapnoe kann verursacht werden durch

  • Herzinsuffizienz: Beeinträchtigt die Atmungsregulation.
  • Chronische Nierenschwäche (chronische Niereninsuffizienz): Kann zu einer Beeinträchtigung des Atemzentrums führen.
  • Schlaganfall: Kann das Atemzentrum im Gehirn schädigen.

Typische Symptome

  • Lautes, unregelmäßiges Schnarchen: Oft begleitet von Atemaussetzern.
  • Atempausen: Die Aussetzer sind häufiger als fünfmal pro Stunde und dauern länger als zehn Sekunden.
  • Tagesmüdigkeit: Extreme Müdigkeit und Erschöpfung am Tag.
  • Konzentrationsstörungen und Gedächtnisprobleme: Beeinträchtigte kognitive Funktionen.
  • Stimmungsstörungen: Angstzustände, Depressionen.
  • Potenzprobleme bei Männern: Durch die Erschöpfung und hormonelle Veränderungen.

Entzündliche Prozesse und ihre Auswirkungen auf den Schlaf

Entzündungen und Gewebeschäden

Die rheumatischen Entzündungen können Schwellungen in den Atemwegen verursachen, insbesondere in den Schleimhäuten des Rachens und der Nasenhöhle, was zu einer Verengung der Atemwege führt. Diese Verengung begünstigt die Entstehung der obstruktiven Schlafapnoe.

Zytokine und Schlafregulation

Bei entzündlichen Erkrankungen sind erhöhte Spiegel von Zytokinen wie Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) und Interleukinen (z. B. IL-6) zu beobachten. Diese Zytokine können die Schlafarchitektur stören, insbesondere den Non-REM-Schlaf, der für die Erholung und Regeneration wichtig ist. Ein anhaltend gestörter Non-REM-Schlaf kann die Entwicklung oder Verschlechterung einer Schlafapnoe begünstigen.

Erhöhte Muskelspannung und Schmerzen

Die entzündlichen Prozesse können auch zu erhöhter Muskelspannung und Schmerzen führen. Diese Beschwerden können dazu beitragen, dass der Körper nachts eine ungünstige Schlafposition einnimmt, was wiederum die Atemwege weiter verengt und Schlafapnoe verschärft.

Auswirkungen von Schlafapnoe auf rheumatische Erkrankungen

  • Verstärkung der Krankheitsaktivität
  • Schlafapnoe führt zu unzureichender Erholung, was die allgemeine körperliche und psychische Belastung erhöht.
  • Diese chronische Belastung kann die Krankheitsaktivität bei rheumatischen Erkrankungen verschärfen und zu einem schlechteren Krankheitsmanagement führen.

Auswirkungen von Schlafapnoe auf rheumatische Erkrankungen

Erhöhte Entzündungsmarker

  • Schlechter Schlaf und wiederholte Weckreaktionen durch Atemaussetzer können zu einer Erhöhung der systemischen Entzündungsmarker beitragen.
  • Dies kann die Entzündungsprozesse bei rheumatischen Erkrankungen verstärken und somit zu einer intensiveren Krankheitsaktivität und schlechteren Prognose führen.

Komorbiditäten und zusätzliche Belastungen

Restless-Legs-Syndrom (RLS)

  • Bei Rheumapatienten, besonders bei denen mit Eisenmangel oder chronischer Entzündungsanämie, ist RLS häufig anzutreffen.
  • RLS kann zu zusätzlichen Schlafstörungen führen und die Symptome der Schlafapnoe verschärfen.
  • Das ständige Bedürfnis, die Beine zu bewegen, kann den Schlaf weiter stören und die nächtliche Erholung beeinträchtigen.

Kognitive Beeinträchtigungen

  • Chronische Müdigkeit und Schlafstörungen durch Schlafapnoe können kognitive Beeinträchtigungen wie Konzentrationsstörungen und Gedächtnisprobleme verursachen.
  • Dies kann den Umgang mit einer rheumatischen Erkrankung erschweren und die Lebensqualität weiter beeinträchtigen.

Medikamentenwirkungen

  • Einige Medikamente, die zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen eingesetzt werden, wie hochdosierte Steroide, können Schlafstörungen verursachen.
  • Diese Medikamente können die Symptome der Schlafapnoe verschärfen, indem sie die Entspannung der Rachenmuskulatur fördern oder die Schlafarchitektur negativ beeinflussen.

Prävalenz und Studienergebnisse

Häufigkeit von Schlafapnoe bei Rheuma

  • Studien haben gezeigt, dass etwa 25-30% der Patienten mit rheumatoider Arthritis Schlafapnoe aufweisen.
  • Bei diesen Patienten ist die Prävalenz von Schlafapnoe aufgrund der entzündlichen Veränderungen und möglichen zusätzlichen Risikofaktoren wie Übergewicht oder Kiefergelenkarthritis erhöht.
  • Die berichtete Prävalenz der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) bei Patienten mit Psoriasis variiert in den Studien zwischen 36 % und 81,8 %, im Vergleich zu 3-7 % in der Allgemeinbevölkerung .

Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und Rheuma

Eine Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Schlafapnoe und entzündlichen Erkrankungen hat ergeben, dass Patienten mit RA oder systemischem Lupus häufiger unter Schlafstörungen leiden, was zu einer erhöhten Krankheitsaktivität und schlechteren Kontrolle der rheumatischen Erkrankung führen kann.

Tagesmüdigkeit und Sekundenschlaf

Trotz ausreichendem Schlaf leiden viele Menschen mit Schlafapnoe unter ständiger Tagesmüdigkeit. Diese Müdigkeit kann zu gefährlichem Sekundenschlaf führen, was das Unfallrisiko sowohl am Steuer als auch am Arbeitsplatz erhöht.

Herzkrankheiten

Unbehandelte Schlafapnoe ist stark mit Herzinsuffizienz und Herzinfarkt assoziiert. Studien zeigen, dass etwa drei von vier Personen mit stabiler Herzinsuffizienz auch an Schlafapnoe leiden. Zudem ist das Risiko für Vorhofflimmern bei Schlafapnoe-Patienten signifikant erhöht.

Schlaganfall

Mehrere Studien haben einen klaren Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle aufgezeigt. Eine Untersuchung fand heraus, dass 70% der Patienten, die kürzlich einen Schlaganfall erlitten hatten, ebenfalls an Schlafapnoe litten. Der Sauerstoffmangel durch nächtliche Atemaussetzer trägt maßgeblich zu diesem Risiko bei.

Bluthochdruck (Hypertonie)

Über 80% der Menschen mit medikamentenresistentem Bluthochdruck haben auch eine Schlafapnoe. Zudem leidet jeder dritte Patient mit Bluthochdruck an Schlafapnoe.

Typ-2-Diabetes

Es gibt eine enge Verbindung zwischen Schlafapnoe und Typ-2-Diabetes. Knapp die Hälfte der Patienten mit Typ-2-Diabetes leidet ebenfalls an Schlafapnoe.

Depressionen

Die «HypnoLaus»-Studie zeigt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und schwerer Depression. Die ständige Tagesmüdigkeit und Schlafstörungen tragen erheblich zur Entstehung von Depressionen bei.

Quellen

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